Ökologischer Landbau
Gemüse, Bäume, Heilpflanzen, Faser- und Färbepflanzen
Der Leitgedanke des ökologischen Landbaus ist ein Wirtschaften im Einklang mit den bestehenden kulturellen und natürlichen Ressourcen. Die Sicherung der Lebens- und Ernährungsgrundlagen der Menschen soll damit nachhaltig gesichert werden. Dabei spielen die Landschaftsfaktoren Boden, Wasserhaushalt und Klima eine entscheidende Rolle.
Zur Beurteilung eines Landschaftsbildes werden die vier Gestaltungsprinzipien
Natürlichkeit und Vielfältigkeit,
Eigenart und Harmonie
zur Grundlage für die Qualität und das Gelingen des Leitgedankens herangezogen.

Ziele für den ökologischen Landbau
Instandsetzung des 2. Brunnens
(mit Nutzung der vorhandenen Solarzellen),
Tröpfchen-Bewässerung
Gemüseanbau zum Eigenverzehr und Verkauf
Faser- und Färbepflanzen-Anbau
Grundstückszukauf
Agroforest:
Anbau von Obst- und Nutzholzbäumen auch zur Wiederherstellung des natürlichen Regenkreislaufs
Gründung einer Frauenkooperative
und deren Schulungen in ökologischem Landbau und Heilpflanzenanbau
Workshops »natürliche Medizin in den Tropen« (Seifen-, Öl- und Arzneimittelherstellung auch zum lokalen Verkauf)
Ansiedlung von Familien in unmittelbarer Nähe des Brunnens (in Lehmhäusern)
Bienenhaltung mit Produktgewinnung (Honig und medizinische Prodkte zur Apitherapie) zum Verkauf auf dem lokalen Markt
Permakultur-Workshop in Wandela:
Drei Tage gemeinsamer Einsatz für ein nachhaltiges Gelände
Ende November 2023 konnten wir mit der fachkundigen Unterstützung von Bernhard Gruber vom Waldgarteninstitut in Wels (Österreich) und seinem Bruder Martin einen dreitägigen Permakultur-Workshop auf unserem rund 5.000 m² großen Grundstück in Wandela durchführen.
Ziel war es, das Gelände so zu gestalten, dass Wasser besser im Boden gehalten werden kann und langfristig ein fruchtbares, widerstandsfähiges Umfeld entsteht.
Vorbereitung und Austausch mit der lokalen Frauengruppe
Zu Beginn wurden in der Baumschule von Mzee Mustafa etwa 100 Jungbäume ausgewählt, darunter Avocados, Mangos, Granatäpfel und Neembäume. Anschließend trafen wir uns in Wandela mit der 15-köpfigen Frauengruppe, mit der der Workshop gemeinsam durchgeführt wurde. Bei der Vorbesprechung ging es um den Ablauf der kommenden Tage und um grundlegende Prinzipien der Permakultur. Die Frauen brachten ihre eigenen Erfahrungen ein, stellten Fragen und zeigten großes Interesse an den neuen Methoden.
Umsetzung: Retentionsgräben und körperlich anspruchsvolle Arbeit
Im Mittelpunkt des Workshops stand das Anlegen von zwei Retentionsgräben, die quer über das Grundstück verlaufen. Diese Gräben sollen Regenwasser zurückhalten, das sonst oberflächlich abfließen würde. So kann es langsam in den Boden einsickern, Erosion wird verringert und der Boden erhält mehr Feuchtigkeit für Trockenzeiten. Gleichzeitig bieten die Dämme Raum für neue Bepflanzung und fördern damit die Biodiversität.
Mit Hacken, Spaten und Schaufeln begannen wir die Arbeiten. Der Boden war hart und schwer zu bearbeiten, besonders durch die anhaltenden Regenfälle.
Der größte Dank gilt den Frauen aus Wandela, die mit beeindruckender Ausdauer und Kraft über drei Tage hinweg arbeiteten und maßgeblich zum Gelingen des Projekts beigetragen haben.
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Gemeinsame Mahlzeiten und herausfordernde Wetterbedingungen
Während der Arbeiten bereiteten Theresia und Happy täglich das Mittagessen für die gesamte Gruppe zu – in einem großen Tontopf, über offenem Feuer und oft im strömenden Regen.
Der Regen stellte uns zwar immer wieder vor Herausforderungen, machte aber gleichzeitig sichtbar, wie gut die neu angelegten Gräben funktionierten: Schon während der Arbeiten sammelte sich das Wasser dort, wo es später versickern sollte.
Pflanzung und Abschluss
Am letzten Workshoptag konnten die Jungbäume aufgrund des Wetters leider nicht planmäßig gepflanzt werden. Die Frauen übernahmen dies am vierten Tag und bekamen von Mzee Mustafa eine deutliche Botschaft mit auf den Weg: „Pflegt die Bäumchen wie eure eigenen Kinder, dann werden sie wachsen und euch Früchte schenken.“
Die Rückfahrt nach Bassotu war aufgrund der stark aufgeweichten Straßen schwierig und verlangte den Motorradfahrern Gidayin, Gisamo und Amos alles ab. Wir benötigten für den Weg rund das Dreifache der üblichen Zeit.
Ausblick
Ein Teil der Bäume wächst bereits, einige haben den Start leider nicht überstanden. Nun bleibt abzuwarten, wie sich das Gelände weiterentwickelt und wann die ersten Früchte zu sehen sein werden. Der Workshop hat jedoch deutlich gezeigt, wie viel durch gemeinsames Wissen, Einsatz und lokale Beteiligung entstehen kann.
Betrachten Sie die vielen schönen Fotos, die während den drei Tagen entstanden sind.
